BSB Journal

Israel ist das Volk Gottes des Alten Bundes, das Land, das zu der Zeit König Salomos seine größte Ausdehnung hatte und der Staat, der 1948 gegründet wurde. Während der 2000-jährigen Kirchengeschichte versuchten Christen immer wieder zu verstehen, in welchem Verhältnis die Kirche zu Israel steht. Die beiden bekanntesten Positionen dazu waren, dass entweder die Kirche an die Stelle Israels getreten ist oder dass die Geschichte Israels als Volk Gottes noch nicht zu Ende gekommen ist. Leider muss gesagt werden, dass die erste Position nicht nur am meisten verbreitet war, sondern auch immer wieder zu Antisemitismus geführt hat. Die ersten Kirchenväter diskutierten zunächst die Fragen, wer für die Kreuzigung Jesu verantwortlich war und was sich für Israel mit der der Gründung der Kirche geändert hatte. Origenes (185-254 n.Chr.) trug mit seiner allegorischen Auslegung dazu bei, dass Verheißungen für Israel spiritualisiert und auf die Kirche übertragen wurden. Auf der Regionalen Synode von   Elvira (um 305 n.Chr.) wurde in Spanien das Verbot ausgesprochen, dass Christen weder eine gemeinsame Mahlzeit mit Juden teilen noch Juden heiraten durften. Sie durften Juden nicht segnen und auch nicht den Sabbat einhalten. Viele weitere Beispiele könnten hier noch genannt werden.
Ich freue mich, dass wir mit diesem BSB-Journal Texte veröffentlichen können, die eine hilfreiche Orientierungshilfe in dieser wichtigen theologischen Frage sind.

Viel Freude beim Lesen wünscht,
Dietmar Schulze

Inhalt

Dr. Craig A. Blaising: The People, the Land and the Future of Israel and Hermeneutics
Eduard Friesen: Gibt es für Israel einen Sonderweg zum Heil?
Dr. Dietmar Schulze: Non-Western Appropriation of the Lost Tribes Narrative
Dr. Helmuth Pehlke: Furcht des Herrn (Gottesfurcht)
Jonathan Görzen: Auf den Spuren der Bibel: Ein Israel-Reisebericht
Dr. Friedhelm Jung: War Luther ein Bibelkritiker?
Dr. Dietmar Schulze: Geistliche Veränderung am BSB – Auswertung einer Umfrage unter den Alumni
Rezensionen

 

Israel is the People of God of the Old Covenant, the country that at the time of King Solomon had its greatest extent, and the state which was founded in 1948. During the 2000-year-old church history, Christians were trying to understand the relationship of the Church to Israel. The two most common positions were either that the Church had replaced Israel, or that there is still a future for Israel as the people of God.

Unfortunately, it must be said that the first position is not only the most widespread in the history of the church, it has also often led to anti-Semitism. The first church fathers discussed the question of who is responsible for the crucifixion of Jesus, and what has changed for Israel with the founding of the Church. Origen (185-254 A.D.) contributed with his allegorical interpretation that promises for Israel had to be understood spiritually and were transferred to the Church. On the regional synod of Elvira (around 305 A.D.), Spain, for example, Christians were prohibited to share a meal with Jews, or bless them, or comply with the Sabbath. Jews were prohibited to marry Christians. Many more examples from church history could be added.

I am pleased that we can provide with this BSB-journal articles that could be a helpful orientation in this important theological issue.

Blessings,

Dietmar Schulze

 

 

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